Ein Tag in der Pfötchen – Residenz

 
6.50 Uhr: Unsere Auszubildende Nicole wird von den erwartungsvollen Hunden freudig begrüßt.      
Alle wollen natürlich am Liebsten gleichzeitig hinaus toben. Also, los geht´s: Türen auf und ab geht´s in den Garten!
Nur Bambi blinzelt noch ganz verschlafen aus ihrem Körbchen. Als echter Langschläfer empfindet sie derartige Störungen als extrem verfrüht. Aber gut, jeder soll sich ja schließlich wohlfühlen, also darf sie weiterkuscheln.
 
Unsere Stammgäste Brutus und Morty bewohnen nebenan ein Einzelzimmer.
Beide sind durchaus verträglich, Morty hatte jedoch eine schwere Rückenoperation und darf deshalb nicht spielen. Auch Treppenlaufen ist für ihn verboten, deshalb trägt Nicole ihn die paar Stufen in den Vorgarten wo er dann ungestört mit seinem Kumpel Brutus seinen morgendlichen Gassigang absolviert.
        
7.05 Uhr: Jody, eine unserer regelmäßigen Tagesgäste trifft ein. Auch sie ist nicht unbedingt der Typ „freiwilliger Frühaufsteher“ und darf erst einmal ins Büro. Dort kuschelt sie sich in das bereitstehende warme Körbchen und holt noch etwas Schlaf nach.
 
7.15 Uhr: Mittlerweile ist unsere derzeitige Praktikantin Jessica eingetroffen und kümmert sich um die gründliche Reinigung der Räume.
                      
Nicole bereitet währenddessen das Frühstück für die Hunde vor.
 
Gegen 7.30 Uhr stürmt Toni in die Pfötchen – Residenz. Er will sofort voller Begeisterung zu den anderen Hunden um mit ihnen loszutoben.
Kurz danach erscheint – wie immer würdevoll – Maila. Sie macht eine kurze Runde um eventuelle Neuzugänge kennenzulernen und begibt sich dann in eines der Körbchen.
          
Jody hat natürlich mitbekommen, das ihre beste Freundin eingetroffen ist und möchte nun gemeinsam mit ihr ihren Schönheitsschlaf fortsetzen.
 
 
 Ab etwa 7.45 Uhr wird es unruhig unter den Vierbeinern: Frühstückszeit!
Natürlich will jetzt jeder der Erste sein, doch es geht der Reihe nach.
Einige Gäste bekommen Tabletten oder Tropfen in ihr Futter und damit es weder zu Verwechslungen noch Futterneid kommt, wird jeder Hund einzeln bewirtet.
Zur gleichen Zeit geht es auch in unserem Wohnhaus schon hoch her. unsere eigenen Hunde, sowie die Gasthunde die die Unterbringung mit Familienanschluss bevorzugen, werden langsam wach, lassen sich noch etwas verwöhnen und toben nach dem 1. Gassigang durchs Hausbevor es das ersehnte Frühstück gibt.
                            
Zwischen 8.00 Uhr und 13.00 Uhr kümmern wir uns um Reinigungsarbeiten wie Glastüren und Fenster putzen, Hundedecken und Handtücher werden gewaschen, Flur und Treppenhaus werden gesäubert.
Einer unserer Mitarbeiter versorgt in dieser Zeit die Katzen, wobei natürlich die Schmuseeinheiten an erster Stelle stehen.
                                   
Die Hunde dürfen nach einer Ruhepause wieder in die Freiläufe, wo sie miteinander toben oder mit Stöckchen spielen beschäftigt werden.   
                     
                              
 
Es ist jeden Tag aufs Neue schön, von meinem Bürofenster aus zu beobachten, wie viel Spaß die Hunde in der großen Gruppe haben.
           
 
Sicher gibt es auch immer wieder ängstliche, ältere oder scheue Hunde, die dann in einer kleineren Gruppe mit passenden Artgenossen untergebracht werden, 
            oder auf Wunsch und kleinem Aufpreis privat bei uns leben.
 
Gegen 10.00 Uhr kommt unser Tagesgast Anka. Kurze Begrüßung mit einem tiefen Grollen, was jeden Außenstehenden in Angst und Schrecken versetzen würde (immerhin handelt es sich bei Anka um eine gestandene Rotweilerhündin), bei ihr ist das jedoch als eindeutiger Liebesbeweis zu bewerten. Dann möchte sie in „ihren“ Raum 1, wo schon ein bis zwei entspannte Hunde auf sie waten. Sie mag`s halt eher ruhiger.
 Sissy, Anka und Bolero
Zwischen 10.00 Uhr und 13.00 Uhr werden mit den Hunden ausgedehnte Spaziergänge unternommen, oder kleinere Gruppen können unter Aufsicht durch unseren Park toben.
               
Interessenten kommen um sich die Pfötchen – Residenz anzuschauen, Hunde, Katzen oder Kleintiere werden gebracht oder abgeholt, Kaninchen, Meerschweinchen und Vögel versorgt, Katzen gekuschelt, Hunde gebürstet und bei Bedarf auch gebadet,   
                 
             
manche Tiere benötigen Augensalbe, Ohrentropfen oder andere medikamentöse Versorgung,
Lisa braucht regelmäßig Augentropfen          Bambi bekommt Spot on
gegebenenfalls anstehende Tierarztbesuche werden unternommen, telefonische Anfragen bearbeitet, die Freiläufe werden gereinigt und das gesamte Gelände gepflegt.
              
 
Gegen 13.00 Uhr haben auch wir Zweibeiner Hunger und treffen uns zum gemeinsamen Mittagessen.
Danach werden die Hunde wieder beschäftigt, je nach Wetterlage geht es wieder in den Garten oder unsere Auszubildenden und Praktikanten setzen sich zu den Hunden und Katzen um zu kuscheln. Außerdem stehen wieder Spaziergänge auf dem Programm.
                 
  
                   
Nicole ´s Frühschicht endet an diesem Tag um 15.30 Uhr, dafür hat Franzi um 11.30 Uhr ihre Spätschicht begonnen und wird bis 20.00 Uhr im Dienst sein.
Zwischen 16.00 Uhr und 17.00 Uhr wird die 2. Mahlzeit für die Hunde vorbereitet und verabreicht.
Während dieser Zeit werden nach und nach unsere Tagesgäste wieder abgeholt und freuen sich ausgeglichen und meistens ziemlich müde auf ihr Zuhause. 
                 
Natürlich bekommen nun auch die Katzen ihre frische Portion Wasser und Futter.
  
Die Katzentoiletten werden nochmals kontrolliert und alle Käfigtiere bekommen ihre Abendmahlzeit.
Gegen 18.30 Uhr bespricht unsere Gökcen (von allen liebevoll Glöckchen genannt) gemeinsam mit uns ihre Frühschicht für den nächsten Tag.
            
 
Sie schaut sich die neu eingetroffenen Tiere an, erfragt ihre Eigenarten und Futtergewohnheiten und informiert sich über die Termine des folgenden Tages.
Franzi säubert derweil ein letztes Mal alle Räume, füllt nochmals die Wassernäpfe frisch auf, aktualisiert die Nahrungs- und Medikamentenliste für den kommenden Tag und holt die Hunde herein.
 
 Um 19.30 Uhr kümmere ich mich bereits um die Hunde in unserem Wohnhaus und bereite unser Abendessen vor. Mein Mann kommt dazu und wird wie immer von allen Hunden stürmisch begrüsst. Die Hunde suchen sich kuschelige Plätze und geniessen mit uns den (fast-) Feierabend.
           
         
Gegen 21.30 Uhr lassen wir alle Hunde nochmals hinaus
(und da ist er wieder: dieser blinzelnde wer-stört-denn-jetzt-schon-wieder-Bambi-Blick) dann ist Schlafenszeit.
 
 

 

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