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Hendrik´s Way - Der autoritative Erziehungsstil in der Hundeausbildung

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Schon so lange ich Hunde habe, werde ich auf der Straße angesprochen und für die gute Erziehung meines Hundes gelobt. Meine Hunde liefen schon immer gut ohne Leine bei mir und ich musste mir eigentlich nie Sorgen darum machen, dass meine Hunde weglaufen oder sich zu weit vom „Rudel" entfernen. Meine Hunde trafen auch fast immer die richtige Entscheidung, wenn es etwas zu entscheiden gab. Aber, das war vor der „Ausbildung" auch schon mal anders. Ich habe mir damals auch nie wirklich Gedanken darum gemacht, was ich tun muss, um dieses Ergebnis zu erhalten. Es steckt irgendwie in mir drin. Ich setze es einfach um, ohne darüber nachzudenken. Erst als ich draußen von teilweise fremden Hunde-Menschen angesprochen und um Hilfe gebeten wurde, machte ich mir tiefgründigere Gedanken zum Punkt „Wie erziehe ich meine Hunde eigentlich?". Den Plan im Kopf half ich hier und da Hundehaltern bei der Bewältigung ihrer manchmal kleinen und manchmal großen Herausforderungen.

Als ausgebildeter und geprüfter Hundetrainer handle ich heute auch noch häufig „aus dem Bauch heraus", aber ich kann mit Fachwissen belegen, dass das was ich tue Hand und Fuß hat. Regelmäßig Erfolge meiner Hundetrainingskunden geben mir ebenfalls Recht. Aber, und das möchte ich an dieser Stelle auch ganz klar sagen: „Es gibt bei der Erziehung von Menschen und Hunden nicht den „einen" richtigen Weg." Es gibt eine Vielzahl an Methoden, die richtig gute Erfolge mit sich bringen." Für mich steht aber einwandfrei fest: „Mein Weg passt zu mir und bringt für mich, meine Hunde und meine Kunden im Hundetraining die besten Erfolge!". Deswegen möchte ich diesen Weg gerne mit Ihnen teilen:

Der autoritative Erziehungsstil in der Hundeausbildung

Jeder Erziehungsstil hat seine Zeit. Erinnern wir uns an den antiautoritären Erziehungsstil der 70'er Jahre, fallen uns die Kinderläden ein, voll mit Kindern, die sich grenzenlos und selbstbestimmt zu Individuen entwickeln sowie gegen und nicht mit dem Strom schwimmen sollten.
Heute, vier Jahrzehnte weiter, sind wir schlauer. Wir haben erkannt, diesen Kindern seinerzeit wirklich keinen guten Dienst erwiesen zu haben. Zu hart war der Aufprall auf dem Boden der Tatsachen zu ungewohnt das Erfordernis, sich einer sozialen Gemeinschaft ein- beziehungsweise unterzuordnen.
Auf der anderen Seite das entgegengesetzte Extrem: der autoritäre Erziehungsstil, der mit Bevormundung, Strafen und teilweise unwürdigen Erziehungsmethoden letztendlich ebenso viele Menschen in die Wartezimmer von Psychologen und Psychiatern getrieben hat, wie die antiautoritäre Erziehung auch.

Heute geht die Erziehungswissenschaft davon aus, das eine Kombination aus autoritärer und antiautoritärer Erziehung geeignet ist, mündige und selbstbewusste Menschen hervorzubringen, die ihre Herkunft schätzen und mit beiden Beinen im Leben stehen. Der Begriff „autoritativer Erziehungsstil" kann in dem Zusammenhang am ehesten als Erziehungsmethode durch Liebe und Konsequenz umschrieben werden und funktioniert nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Tieren.

Gerade in der Hundehaltung setzt sich der autoritative Erziehungsstil mehr und mehr durch, weil damit überzeugende Ergebnisse erzielt werden.
Für Hund und Halter bedeutet dies eine konsequente Kontrolle bei gleichzeitig liebevollem Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Ausnahmen lässt dieser Erziehungsstil „eigentlich" nicht zu, weil dann die Verlässlichkeit für den Hund nicht mehr gegeben ist und er verunsichert wird. Die strikte Einhaltung von Regeln und die Gewährung von Schutz und Geborgenheit sorgen für den Aufbau einer echten und ehrlichen Beziehung. Klar ist aber auch, niemand ist perfekt und wenn Sie sich keine wirklich groben Schnitzer leisten, wird Ihre Fellnase Ihnen kleinere Fehler verzeihen 😉, wenn diese nicht ständig entstehen! Auch Sie dürfen ab und an kleinere „Vergehen" bei Ihrem Hund billigen, denn wir wollen ja keine totale Diktatur schaffen.


Bei diesem Erziehungsstil werden die individuellen Bedürfnisse des Tieres beachtet, so dass die Regeln nicht aus blindem Gehorsam, sondern aus eigener Motivation heraus befolgt werden. Es geht also nicht darum, den Willen des Hundes zu brechen, sondern ihn zu respektieren und ihm das Gefühl zu vermitteln, Teil einer festen Gemeinschaft zu sein. Dazu bedarf es klarer Grenzen, die weder vom Hund noch vom Halter überschritten werden dürfen. Innerhalb dieser Grenzen genießt der Hund jedoch die Freiheit, sich optimal zu entwickeln.

Der autoritative Erziehungsstil ist damit klar definiert: Die Erwartungen an den Hund sind hoch und durch deutliche Regeln sind die Grenzen klar umrissen. Dieser Erziehungsstil verlangt nicht nur dem Hund, sondern auch dem Halter einiges an Disziplin ab. Allzu schnell ist man versucht, die Leine lang zu lassen und Ausnahmen von der Regel zu machen. Was auf den ersten Blick bequemer erscheint, kann jedoch später zum Problem werden.


Der Halter sollte sich zunächst in der Kunst üben, die Körpersprache seines Hundes kennenzulernen und je nach Situation gerecht und angemessen darauf zu reagieren. Ja, auch diese treuen braunen Augen können lügen und das sollten Sie auf jeden Fall erkennen. Das Ziel klar vor Augen den Hund dabei zu unterstützen, die hohen Erwartungen auch zu erfüllen bedeutet im Umkehrschluss natürlich, keinerlei Grenzüberschreitungen zu dulden und unerlaubtem Verhalten strikt und direkt entgegenzuwirken. Dies können Sie Ihrem Hund nur signalisieren, wenn Sie einander gut kennen und wenn er genau weiß, dass unerwünschte Handlungen in keinem Fall geduldet werden. Sie setzen damit einen Lernprozess in Gang, der Ihren Hund letztendlich in die Lage versetzt, selbstständig die Fehler in seinem Verhalten zu identifizieren und nach der richtigen Lösung zu suchen.

Stellen Sie anfangs fest, dass er unsicher reagiert, geben Sie ihm kleine Hilfestellungen, möglichst ohne, dass er dies wirklich spürt und noch immer glaubt, er sei selbst darauf gekommen. Die Kommunikation mit Ihrem Hund sollte in Gestik, Mimik und Sprache stets freundlich und ruhig bleiben, das fördert die soziale Kompetenz des Tieres und stärkt sein Selbstvertrauen. Kleine Belohnungen sind als Verstärker erlaubt, es muss aber nicht immer gleich das Leckerchen sein. Werden Sie kreativ und schaffen Sie ein Belohnungssystem, welches Ihren Hund stolz auf jede gemeisterte Situation macht und ihn motiviert, auch weiterhin begeistert mit Ihnen zu trainieren. Jeder noch so kleine Erfolg befriedigt sein natürliches Sicherheitsbedürfnis und er wird sich zu einem intelligenten und sozial kompetenten Hund entwickeln. Da er gelernt hat, mit Fehlern umzugehen, reagiert er auch später wesentlich souveräner auf veränderte Situationen, wird er eine große Selbstkontrolle an den Tag legen und über eine hohe Frustrationstoleranz verfügen.

Die Vorteile einer autoritativen Erziehung liegen demnach quasi schon auf der Hand. Sie werden einen Begleiter haben, der Ihnen bedingungslos vertraut und in der Kommunikation mit Ihnen präzise reagiert. Als selbstsicherer Hund wird er sich gut zurecht finden und auch in weiteren Ausbildungen Regeln und Grenzen einhalten können. Durch seine Flexibilität wird er eine Vielzahl von Aufgaben bewältigen und sich schnell auf veränderte Situationen einstellen können. Geprägt von Sicherheit und Vertrauen wird das Band zwischen Ihnen und Ihrem Hund eng geknüpft sein und im Notfall einiges aushalten können.

Der Nachteil dieser Erziehungsmethode, wenn man überhaupt von Nachteil sprechen kann, ist, dass auch dem Halter ein gewisses Maß an Disziplin abverlangt wird. Es ist bisweilen sicherlich ein anstrengender Lernprozess, zu jederzeit die Körpersprache des Hundes zu verstehen, aber Sie haben mit der Anschaffung des Welpen die Verantwortung für ein Lebewesen übernommen und dies setzt in manchen Situationen viel Geduld, Ruhe, Souveränität und auch ein gewisses Maß an Kompetenz voraus.

Am Ende werden Sie mit einem selbstsicheren, intelligenten und sozial kompetenten Gefährten belohnt, der Sie lange begleiten wird.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Erziehung Ihrer Fellnasen. Wenn Sie Hilfe benötigen, können Sie sich gerne an uns wenden ;-)

Beste Grüße,

Ihr Hendrik Groth
(Hundetrainer mit Herz UND Verstand)

Deprivationsschaden beim Hund

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